Zum Werk
Rätselhafte Fabelwesen erscheinen häufig in seinen Bildern, wie in der Lithographie „Agnus mysticus“. Der Titel könnte soviel bedeuten wie „geheimnisvolles, rätselhaftes Lamm“. Die Gestalt erinnert jedoch kaum an ein Lamm, sondern eher an eine Mischung aus Mensch, Tier und Pflanze. Der Körper des Tieres ähnelt dem Panzer einer Schildkröte. Mehrere Schichten oder Platten greifen ineinander und umschließen die Hufe des Tieres wie ein schützender Mantel. Betrachtet man die Kleinstruktur des Panzers, so erkennt man organische Formen: pflanzliche Ornamente, muschelförmiges Zierwerk und schwungvolle Streifen. Das Gold als besonders symbolträchtige Farbe überwiegt im Tierkörper und wird bereichert durch pastellartige Farbtöne in blau, grün und grau. Auch der Hintergrund verzichtet nicht auf die Farbe Gold. Die „Feuerzungen“, die den dunkelblauen Grund durchsetzen, wurden damit umrandet. Der Kopf des Wesens wirkt unförmig und massiv. Er ist gekrönt mit einem „Federkamm“, der das menschenähnliche Gesicht umschließt. Auffallend ist das riesige, zentral angeordnetes Auge. Es könnte das „Auge Gottes“ bedeuten bzw. das „Allwissen“, ein Symbol, das bei Fuchs immer wiederkehrt.